Mütter, die sich mit dem Coronavirus infizieren, sind oftmals verunsichert, ob sie ihr Kind in dieser Zeit weiterstillen sollen. Eine neue Studie aus Italien gibt hilfreiche Erkenntnisse darüber.

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Stillen trotz Corona-Infektion: Protektive Stoffe durch Muttermilch

Ist das Stillen trotz Corona-Infektion möglich? Seit über zwei Jahren grassiert nun schon das Coronavirus SARS-CoV-2 weltweit. Obwohl man mittlerweile immer mehr über das Virus weiß, haben viele Menschen des Öfteren noch mit Unsicherheiten zu kämpfen. Vor allem frischgebackene Mütter, die sich mit Coronavirus anstecken, sind verunsichert, ob sie im Falle einer Infektion ihr Baby weiterstillen sollten. Kann eine Infektion über die Muttermilch geschehen? Und kann das Baby Antikörper bilden? Eine neue Studie aus Italien gibt neue Erkenntnisse.

In der italienischen Studie wurden neue Erkenntnisse über SARS-CoV-2 und die Übertragung auf Neugeborene untersucht. In der Studie wurden Blut- und Speichelproben von 21 Müttern, die während des Geburtszeitraumes positiv auf Corona getestet wurden, untersucht – unmittelbar nach der Geburt sowie drei Monate danach. Auch ihre Babys wurden dem gleichen Test unterzogen. Zudem wurden Proben von der Muttermilch durch Abpumpen entnommen und untersucht. Obwohl eine Infektion mit SARS-CoV-2 während der Schwangerschaft stattgefunden hatte, konnte nur bei einem Kind 48 Stunden nach der Geburt Antikörper im Blut gefunden werden. Lediglich eins der Kinder wurde postpartal mit dem Virus infiziert.

Nach zwei Monaten hatten 19 Kinder noch keine spezifischen Antikörper im Blut aufgebaut. In den Speichelproben der Kinder konnte sich mit der Zeit ein Anstieg des igA-Titers bemerkbar machen. Das Immunglobulin-A ist (kurz igA) ist für die Abwehr von Erregern an der Schleimhautoberfläche zuständig und ist u.a. auch in Muttermilch vorhanden. Der Anstieg des igA-Wertes weist auf den Aufbau einer funktionierenden Immunabwehr hin. Bei Kindern, die gestillt wurden, konnten in der Studie verhältnismäßig höhere Konzentrationen von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 gefunden werden als bei Kindern, die nicht gestillt wurden. In keinem Fall gab es Hinweise über die Übertragung des Virus über die Muttermilch. 

Die Studie untermauert, wie wichtig Muttermilch für eine gesundheitliche Entwicklung ist und wie sehr die protektiven Stoffe dem Baby helfen, ein gutes Immunsystem aufzubauen. Auch gerade während einer Corona-Infektion sollten Mütter durch die Studie ermutigt werden, ihre Babys zu stillen, da durch die in der Muttermilch enthaltenen igA-Antikörper die Immunabwehr von Babys stimuliert wird und diese so vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 schützen kann. Beim Stillen sollten allerdings Hygienemaßnahmen wie das Tragen einer Maske und das Waschen und Desinfizieren der Hände eingehalten werden, um eine Ansteckung des Kindes zu vermeiden.

Referenzen:

Conti MC et al. Immune Response of Neonates Born to Mothers Infected With SARS-CoV-2. JAMA Network Open. 2021. 

Oberhofer E. Stillen trotz SARS- Cov-2-Infektion?  Gynäkologie + Geburtshilfe 2022; 27(1).

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Muttermilch ist die gesündeste Art, Babys zu ernähren. Leider kann aus unterschiedlichen Gründen nicht jede Mutter ihr Kind stillen. Um andere Mütter zu unterstützen und ihnen den Zugang zu gesunder Muttermilch zu ermöglichen, gibt es die Möglichkeit, Muttermilch zu spenden.