Wenn es nach den meisten Kindern gehen würde, würden Süßigkeiten auf dem Speiseplan immer ganz oben stehen. Keine Frage: Schokoriegel, Kekse und Co. sind äußerst lecker, aber gerade für Kinder nur in Maßen geeignet. Doch wie viel Zucker ist für Kinder überhaupt noch gesund?

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Zucker – für die Kleinsten ein Tabu

Das Zucker ungesund sein kann, ist kein Geheimnis. Vor allem bei einem hohen Konsum kann er sich negativ auf die Gesundheit auswirken und beispielsweise Magen-Darm-Erkrankungen, Herzerkrankungen sowie Erschöpfungszustände auslösen. Um die Kleinsten nicht schon an die „Zuckerfalle“ zu gewöhnen, sollte Zucker vor allem bei Babys noch keine Rolle in der Ernährung spielen. 

Gerade in der frühkindlichen Ernährung wird der Geschmackssinn geprägt. Wird ein Kind schon früh mit zuckerhaltigen Lebensmitteln konfrontiert, kommt es wortwörtlich auf den Geschmack süßer Kost und wird auch später vermehrt dazu tendieren. Dabei kann Zucker gerade bei den Kleinsten negative gesundheitliche Auswirkungen haben: Die Darmflora von Babys ist noch nicht voll ausgebildet und noch im Aufbau, dieser wird beispielsweise durch die Ernährung mit Muttermilch begünstigt.  Zucker kann die noch empfindliche Darmflora stören und das Wachstum von Pilzen im Darm begünstigen, was sich wiederum negativ auf das kindliche Immunsystem auswirkt. Zudem wird das Kariesrisiko durch frühen Zuckerkonsum erheblich erhöht.

Obwohl die Risiken bekannt sind, findet sich vor allem in industriell hergestellter Säuglingsnahrung häufig Zucker, was oft dazu führt, dass Kinder selbst hergestellte Beikost plötzlich ablehnen. Achte beim Kauf deswegen immer auf die Inhaltsstoffe oder stell Beikost ausschließlich selbst her. 

Auch sollten Säuglinge oder Kleinkinder jegliche Zuckerzusätze in Getränken komplett meiden. Du kannst alternativ ungesüßte Tees oder Wasser anbieten.

Wie viel Zucker ist für Kinder angemessen?

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollten Kinder zwischen zwei und 18 Jahren weniger als zehn Prozent ihrer täglichen Energiezufuhr durch Zucker abdecken. Das sind ungefähr 25 Gramm, also knapp sechs kleine Teelöffel pro Tag. Was sich als Wert erstmal viel anhört, ist im Laufe des Tages allerdings relativ schnell erreicht: Viele Fertiggerichte, Ketchup oder Weizenprodukte enthalten oft versteckten Zucker, und das mehr, als vielen bewusst ist. Hier ein paar Tipps, die Dir dabei helfen, Industrie-Zucker in der Ernährung Deines Kindes zu meiden oder zu ersetzen:

  • Leider enthält industriell hergestellte Säuglingsnahrung versteckten Zucker, der nicht direkt ersichtlich ist. Auch wenn ein Produkt als ‚zuckerfrei‘ deklariert ist, heißt es leider nicht automatisch, dass das Produkt keinen Zucker oder Süßstoffe enthält. Inhaltsstoffe wie Glukose-Fruktose-Sirup, Dextrose/Traubenzucker, Süßmolkenpulver und Invertzuckersirup sind Hinweise für versteckten Zucker. In diesem Fall kannst Du Beikost einfach selbst herstellen – und das zuckerfrei und gesund. Rezepte findest Du hier.
  • Nicht jeder Zucker ist ungesund. Zucker, der beispielsweise aus Früchten oder Gemüse stammt, kann unbedenklich gegeben werden. Bananen werden beispielsweise aufgrund des süßen Geschmacks gerne von Kindern gegessen und sind zudem noch sehr gesund. Auch Rosinen bieten sich als natürliches Süßungsmittel an.
  • Mittlerweile gibt es viele Alternativen zu herkömmlichen Haushaltszucker, wie beispielsweise Kokosblütenzucker. Auch Honig bietet sich zum süßen an, allerdings ist naturbelassender Honig nicht für Kinder unter einem Jahr geeignet, da Bakterien darin enthalten sein können, die die kindliche Darmflora schädigen oder sogar zu Lähmungen der Schluck- und Augenmuskulatur bis hin zur Atemlähmung führen können. 

Es lohnt sich in jedem Fall, vor allem bei Kinderprodukten einen genauen Blick auf die Inhaltsstoffe zu werfen, denn oft gilt hier „Je süßer, desto besser.“ Um Zucker in der kindlichen Ernährung weitestgehend zu meiden, sollten frische Lebensmittel angeboten werden, die reich an Nährstoffen sind. Dazu zählen neben Obst und Gemüse beispielsweise Vollkornprodukte, fettarme Milchprodukte und mageres Fleisch und Fisch. In der Regel ist vorleben immer besser als vorbeten. Wenn Du Dich selbst ausgewogen und gesund ernährst, übertragen sich Deine Lebensgewohnheiten einfacher auf Dein eigenes Kind. Natürlich ist etwas Süßes aber auch für Kinder völlig in Ordnung, sofern es sich im angemessenen Rahmen hält.

Referenzen:

Vos M et al: Added sugars and cardiovascular disease risk in children:  A scientific statement from the american heart association. Circulation 2017; 135: 1017–1034.

Health News: No more than 6 teaspoons of added sugars a day for kids. 2016 [zuletzt zitiert am 13.08.2021]. URL: https://www.upi.com/Health_News/2016/08/22/No-more-than-6-teaspoons-of-added-sugars-a-day-for-kids/7001471897258/

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