Die Gehirnentwicklung des Kindes und die damit einhergehenden kognitiven Fähigkeiten werden von vielen unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. So kannst Du positiv darauf Einfluss nehmen.

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Wie Du die kognitiven Fähigkeiten Deines Kindes bereits in der Neugeborenenzeit fördern kannst

Die Entwicklung eines Kindes ist ein komplexer Vorgang bei dem viele unterschiedliche Faktoren eine Rolle spielen und miteinander interagieren. Auch die Gehirnentwicklung des Kindes und die damit einhergehenden kognitiven Fähigkeiten werden von vielen unterschiedlichen Faktoren, unter anderem von genetischen Voraussetzungen, sowie von Lebenserfahrungen, die das Kind macht, beeinflusst. Gut ausgeprägte kognitive Fähigkeiten sind mit vielen Vorteilen für Dein Kind verbunden, da sie Deinem Kind dabei helfen können, sich erfolgreich durch die teils komplexe Umwelt zu navigieren und auch schwierige Aufgaben in der Schule oder der Universität bewältigen zu können. Dabei können bereits die Erfahrungen, die Dein Kind in den ersten Lebensmonaten macht, die Gehirnentwicklung und die späteren kognitiven Fähigkeiten beeinflussen. Du kannst also schon früh einen Beitrag zu einer gesunden Entwicklung der kognitiven Fähigkeiten Deines Kindes leisten.

In den frühen Entwicklungsstadien werden weit mehr Gehirnzellen generiert als benötigt

Während der Schwangerschaft werden in hohem Maße Gehirnzellen, sogenannte Neuronen, sowie Verbindungen zwischen unterschiedlichen Neuronen generiert. Die Anzahl der entstandenen Neuronen und die Vernetzung zwischen diesen übersteigt jedoch bei weitem die Anzahl jener, die das Kind zum Überleben benötigt. Die resultierende stark ausgeprägte Vernetzung von unterschiedlichen Gehirnregionen kann dazu führen, dass Dein Neugeborenes die unterschiedlichen sensorischen Wahrnehmungen nicht unabhängig voneinander sondern vermischt wahrnimmt. Dieses Phänomen wird als Synästhesie bezeichnet. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass für Neugeborene ein Ton eine bestimmte Farbe hat.

Die spezifischen Erfahrungen, die Dein Kind im Leben macht, beeinflussen, welche neuronalen Verbindungen häufig und welche eher weniger aktiviert werden. Neuronale Verbindungen, die aufgrund von erlebten Ereignissen häufig aktiviert werden, bleiben dabei bestehen, wohingegen sich die weniger häufig aktivierten Verbindungen allmählich zurückbilden. Dieser Vorgang, bei dem nicht genutzte neuronale Verbindungen absterben, vollzieht sich über Jahre nach der Geburt des Kindes hinweg. Dadurch wird es ermöglicht, dass Erfahrungen die Funktionsweise des Gehirns beeinflussen. Dies hat den Vorteil, dass nicht alle Informationen bezüglich der Gehirnstruktur in den Genen gespeichert sein müssen. Stattdessen ergibt sich unter guten Voraussetzungen die optimale Gehirnstruktur ganz automatisch als Resultat der erlebten Ereignisse.

In der Neugeborenenzeit ist das sich entwickelnde Gehirn besonders empfänglich für äußere Einflüsse

In einigen sogenannten sensiblen Perioden der Entwicklung ist das Einwirken von bestimmten Umwelteinflüssen, die unter normalen Bedingungen vorhanden sind, auf die Entwicklung des Kindes notwendig, um eine gesunde Gehirnentwicklung zu ermöglichen. In manchen Lebensphasen ist das sich entwickelnde Gehirn somit besonders empfänglich für den Einfluss von äußeren Faktoren. So kann gerade in der Neugeborenenzeit das Fehlen von körperlicher und emotionaler Zuneigung eine gesunde Entwicklung des Kindes stark beeinträchtigen. So haben Forscher zum Beispiel herausgefunden, dass frühes vernachlässigendes Verhalten durch die Eltern die Gehirnentwicklung beeinträchtigen kann und zu einer verringerten Größe des Gehirns sowie einer verringerten Gehirnaktivität führen kann.

Eine Umgebung, die die kognitiven Fähigkeiten anregt, scheint eine positive Wirkung auf die Gehirnentwicklung beim Kind zu haben

Zudem werden, abgesehen von diesen sensiblen Perioden, im Laufe des Lebens als Resultat der Erlebnisse und Erfahrungen des Kindes fortgehend neue neuronale Verknüpfungen gebildet. Der Mechanismus, durch den unterschiedliche wahrgenommene Umweltreize zu einer Steigerung des Denkvermögens führen, wurde allerdings bei Menschen bisher noch wenig erforscht. Jedoch belegen Studien, die an Ratten durchgeführt wurden, dass eine komplexere Umgebung dazu führt, dass die Großhirnrinde, die für Gedächtnisfunktionen sowie für strukturierte Denkvorgänge zuständig ist, dicker ist und es somit dem Tier leichter fällt zu lernen und komplizierte Aufgaben zu lösen. Da sich die Gehirnfunktionen und Struktur von Ratten und Menschen in vieler Weise ähneln, vermuten Forscher, dass auch bei Kindern eine Umgebung, die die kognitiven Fähigkeiten anregt, einen positiven Einfluss auf die Gehirnentwicklung hat.

Die Gehirnentwicklung Deines Kindes wird also nicht nur durch Gene bestimmt, sondern wird von den Erfahrungen, die Dein Kind macht, sowie von seinem Umfeld in einem beträchtlichen Maße beeinflusst. Die ersten Lebensmonate Deines Kindes stellen dabei eine sensible Phase dar, in der die elterliche Fürsorge von besonders großer Bedeutung ist, um eine gesunde Entwicklung der kognitiven Fähigkeiten zu gewährleisten. Da Du natürlich das Beste für Dein Kind willst, sollte es eine gute Nachricht sein, dass Du, in dem Du ein positives Umfeld für Dein Kind schaffst, einen großen Beitrag zu der kognitiven Entwicklung Deines Kindes beitragen kannst. Um Dich dabei zu unterstützen, haben wir Dir auf dieser Seite unterschiedliche Artikel zusammengestellt, die Dir einen Einblick geben, wie sich die kognitiven Fähigkeiten Deines Kindes entwickeln und wie Du diese Entwicklung beeinflussen kannst.

Hier noch einmal das Wichtigste im Überblick:

  • Die Erfahrungen, die Dein Kind in den ersten Lebensmonaten macht, können eine beträchtliche Auswirkung auf die kognitiven Fähigkeiten Deines Kindes, beispielsweise auf die Fähigkeit, komplexe Probleme zu lösen, sowie die Gedächtnisleistung haben.
  • In den ersten Monaten werden abhängig von den Erfahrungen, die Dein Kind macht, viele der während der Schwangerschaft gebildeten neuronalen Verbindungen wieder zurückgebildet.
  • Besonders in der Neugeborenenzeit kann das Fehlen von bestimmten äußeren Einflüssen die Gehirnentwicklung von Kindern stark beeinträchtigen.
  • Studien deuten zudem darauf hin, dass eine vorteilhafte Umgebung die Vernetzung des Gehirns beeinflusst, so dass die kognitiven Fähigkeiten Deines Kindes profitieren.

Referenzen:

Glaser D. The effects of child maltreatment on the developing brain. Medico-Legal Journal 2014; 82(3): 97–111. https://doi.org/10.1177/0025817214540395

Siegler R, Deloache, J, Eisenberg, N, Saffran, J, & Leaper, C . How Children Develop. New York: Macmillan Learning; 2014.

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