Das Thema Stillen kann komplexer sein, als man es vielleicht zunächst meint. „Baby anlegen und los“ funktioniert leider nicht immer auf Anhieb. Erfahre hier mehr über die optimale Vorbereitung aufs Stillen.

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Vorbereitung auf das Stillen: Gut informiert in die Stillzeit starten

Die Schwangerschaft ist eine spannende und vor allem auch lernintensive Zeit für werdende Mütter, denn man möchte sich bestmöglich auf den kommenden Nachwuchs vorbereiten. Auch wenn viele werdende Mamas im letzten Stadium der Schwangerschaft gedanklich schon bei der Geburt und dem Windeln wechseln sind, macht es Sinn, sich schon über einen weiteren wichtigen Punkt Gedanken zu machen: das Stillen. Aber wie genau kann man sich darauf eigentlich vorbereiten?

Sich über das Thema Stillen informieren

Das Thema Stillen kann komplexer sein, als man es vielleicht zunächst meint. „Baby anlegen und los“ funktioniert leider nicht immer auf Anhieb. Zudem kursieren viele Stillmythen im Netz, die verunsichern können. Stillen ist, wie oft fälschlich angenommen wird, kein Instinkt. Es ist vielmehr ein sozial erlerntes Verhalten und ein Prozess, an den sich Mutter und Kind erstmal rantasten müssen, bevor er zur Gewohnheit wird. Es ist somit sinnvoll, sich vorab in Stillratgebern einen Überblick zu verschaffen, um Anfängerfehler zu vermeiden und das Stillen so stressfrei wie möglich für beide Seiten zu gestalten. Manche Kliniken oder Stillberaterinnen bieten einen Stillvorbereitungskurs an, in dem die werdenden Eltern das Stillen üben können. Auch für den Vater können diese Informationen wichtig sein.

Persönlicher Austausch ist wichtig

Werdenden Eltern stellen sich vielleicht noch ganz eigene Fragen, die man beispielsweise nicht so einfach in einem Buch nachschlagen kann. Hier bietet es sich an, ein persönliches Gespräch mit der betreuenden Hebamme zu führen oder sich an eine Stillberaterin in der Nähe zu wenden. Auch der Geburtsvorbereitungskurs ist eine gute Möglichkeit, um mit anderen Müttern, die vielleicht schon ein Kind bekommen haben, vorab ins Gespräch zu kommen. Wenn man das Thema Stillen vertiefen möchte, gibt es zudem aber auch die Möglichkeit, spezielle Stillgruppen zu besuchen. Man kann sich zusätzlich online mit anderen Eltern vernetzen, um sich zum Beispiel über die Stilldauer oder mögliche Probleme auszutauschen.

Generell gilt, dass man sich zwar informieren, aber nicht verrückt machen sollte, denn gerade das World Wide Web ist vollgepackt mit Informationen, die man vorher genau unter die Lupe nehmen sollte. Stillratgeber von Babynahrungsherstellern sollte man beispielsweise nicht zu Rate ziehen, da diese natürlich zum eigenen Produkt hinleiten möchten – dabei ist Muttermilch erwiesenermaßen die gesündeste Nahrung für ein Kind. Bei Unsicherheiten und Fragen ist es deswegen immer empfehlenswert, sich an die Hebamme oder Stillberaterin seines Vertrauens zu wenden.

Einen stillfreundlichen Geburtsort finden

Da die meisten Babys im Krankenhaus geboren werden, wird das Kind in der Regel auch zum ersten Mal dort an die Brust gelegt. Die meisten Krankenhäuser sind zeitlich eng durchgetaktet, so dass oft die Zeit fehlt, Mütter intensiv im Wochenbett zu betreuen. Man sollte sich deshalb vorab über verschiedene Kliniken informieren. Frage doch einfach mal bei der Klinik Deiner Wahl nach, wie das erste Anlegen dort gestaltet wird, wann und wie lange gebondet wird und wie viele Stillberaterinnen auf der Wochenbettstation arbeiten. Erleichtert wird dies zudem durch die Initiative Babyfreundlich, die von der WHO und UNICEF ins Leben gerufen wurde. Hier wird eine Übersicht über stillfreundliche Geburtskliniken in Deutschland gegeben, die mit einem Qualitätssiegel zertifiziert wurden.

Mentale Vorbereitung

Hier ein paar wesentliche Punkte, wie Du Dich bereits mental auf das Stillen vorbereiten kannst:

– Erstelle eine Liste mit den Gründen, warum Stillen für Dich persönlich wichtig ist.

– Lege Dir eine Mappe mit den wichtigsten Informationen und Adressen an.

– Frage Freunde und Verwandte über ihre Erfahrungen mit dem Stillen. Was war besonders herausfordernd und wie haben sie es bewältigt?

– Verbringe Zeit mit jemanden, der gerade stillt und beobachte das Stillen.

– Höre Dir keine Horrorgeschichten an.

– Lese einen guten Stillratgeber.

– Informiere Dich, woher Du eine gute elektrische Milchpumpe mit Doppelpumpzubehör auf Rezept von Deinem Frauenarzt erhalten (meist in den Apotheken) kannst.

– Vertraue Deinem Körpergefühl und Deiner Kraft der Imagination. Entwickle ein Bild von Dir als erfolgreich stillende Mutter. Wiederhole dieses Bild im Kopf mehrmals am Tag.

Körperliche Vorbereitung

Es ist nicht nötig, die Brustwarzen für das Stillen „abzuhärten“. Wähle in der Schwangerschaft entweder keinen BH oder einen gut sitzenden aus Baumwolle. Die Brüste verändern sich in der Schwangerschaft und Stillzeit enorm und ständig. Bedenke dies beim BH-Kauf – weniger ist hier mehr. Falls du zu Schlupf- oder Hohlwarzen neigst, trage in Rücksprache mit Deiner Hebamme oder Deinem Frauenarzt gegen Ende der Schwangerschaft Brustwarzenformer im BH.

Die richtige Stillausstattung

Grundsätzlich ist das wichtigste Mittel beim Stillen die eigene Brust. Es gibt jedoch ein paar nützliche Anschaffungen, die das Stillen für Mutter und Kind erleichtern können. Hier findest Du eine Übersicht über hilfreiche Produkte, wie Stillhütchen, Stillkissen und Stillkleidung.

Referenzen:

Karall D. Stillen und Stillberatung. Monatsschrift Kinderheilkunde 2020. Volume 168: 547–560.

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