Für Kinder gibt es in der Küche immer etwas zu entdecken, ob auf der Arbeitsplatte, dem Boden oder auch beim Mülleimer. Wenn man gerade mit dem Kochen beschäftigt ist, hat man als Elternteil nicht jede Sekunde einen Blick aufs Kind, diese kann jedoch schon ausreichen, dass ein Malheur passiert.

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Küche kindersicher machen: Darauf kommt es an

In der Küche kann es mal turbulent zugehen: Der Topf kocht über, die Eieruhr klingelt und der Auflauf müsste längst aus dem Backofen sein.  Für Kinder ergeben sich in der Küche oft Gefahrenquellen, vor allem, wenn es mal hektisch wird und man mehrere Sachen gleichzeitig im Blick haben muss. Man dreht sich kurz um, und schwupps hat das Kind auf die noch heiße Herdplatte gefasst. Verbrennungen und Verbrühungen sind die zweithäufigste Unfallursache bei Kindern, sogar 80% aller Unfälle passieren in der Küche oder im Bad. Wie kann man die Küche kindersicherer machen oder selbst aufmerksamer werden, um das Unfallrisiko zu minimieren?

Kabel, Herd und Co.: In der Küche lauern viele Gefahrenquellen

Die Küche ist für Kinder ein äußerst spannender Ort: Es dampft aus dem Topf, es zischt, wenn Mama oder Papa etwas in die heiße Pfanne tun und leckere Gerüche breiten sich aus, die Lust aufs Essen machen. Für Kinder gibt es in der Küche immer etwas zu entdecken, ob auf der Arbeitsplatte, dem Boden oder auch beim Mülleimer. Wenn man gerade mit dem Kochen beschäftigt ist, hat man als Elternteil nicht jede Sekunde einen Blick aufs Kind, diese kann jedoch schon ausreichen, dass ein Malheur passiert.

Vor allem Kabel, die herunterhängen, können eine Gefahrenquelle darstellen, wenn Kinder daran ziehen. Dies kann nicht nur zu Kopfverletzungen, sondern auch zu lebensbedrohlichen Verbrennungen führen, beispielsweise bei einer Fritteuse. Elektrische Küchengeräte wie Wasserkocher oder Fritteuse sollten deswegen immer außer Reichweite von Kindern sein, Kabel sollten niemals herunterhängen. Oft gibt es im Handel Kabelklemmen, mit denen man Kabelsalat sichern kann. 

Auch der Backofen bietet eine typische Gefahrenquelle für Kinder, vor allem wenn dieser auf Bodenhöhe ist. Kleine Kinder kommen leicht an den Griff und können die Backofentür somit leicht aufziehen. Mittlerweile gibt es viele ergonomische Modelle, die nicht mehr auf Boden- sondern Augenhöhe angebracht sind. Auch gibt es spezielle Herdschutzgitter oder einen Backofenstopper oder -fensterschutz im Handel zu kaufen, damit es gar nicht erst zu Unfällen kommen kann. 

Bei Küchen, die einen Warmwasserboiler haben, kann das warme Wasser am Hahn schnell sehr heiß ausfallen. Für einige Küchenarmaturen wie den Wasserhahn gibt es einen integrierten Verbrühschutz, der dafür sorgt, dass der Hebel nur in einem ungefährlichen Temperaturbereich bewegt werden kann. 

Wenn Du auf dem Herd kochst, solltest Du, wenn möglich, eher die hinteren Platten verwenden. Ein Stiel einer Pfanne, die über den Herd ragt, ist verlockend für Kinder zum Greifen und kann lebensbedrohliche Verbrennungen verursachen. Das gleiche gilt für Tischkanten und z.B. heiße Getränke. Schnell ist die Tasse mit dem heißen Kakao am Henkel gepackt oder es wird an der Tischdecke gezogen. Bei Kindern, die bereits mit am Tisch sitzen (hier einen kippsicheren Stuhl beachten), muss umso genauer darauf geachtet werden, dass keine heißen Gefahrenquellen auf dem Tisch stehen. Lasse Dein Kind deswegen am Tisch nie unbeobachtet.

KIndersichere Küche: Reinigungsmittel und Besteck gut verwahren

Reinigungsmittel sollten am Besten in einem Schrank aufbewahrt werden, der höher gelegen ist. In vielen der Mittel sind schädliche Stoffe enthalten, die bei Hautkontakt oder beim Verzehr gesundheitsschädigend wirken können. Wenn Du Deine Reinigungsutensilien in einem Schrank in Bodennähe aufbewahrst, achte darauf, dass Du nur Mittel kaufst, die kindergesicherte Verschlüsse haben. Es gibt auch spezielle Tür- oder Schubladensperren, die ein ungewolltes Öffnen vermeiden.

Alles was eine Luke hat, wie Waschmaschine, Trockner und Co. wirkt auf Kinder sehr einladend, weil es einer Höhle gleicht. Der Impuls hineinzuklettern ist bei vielen Kindern deswegen sehr groß. Halte diese Geräte immer verschlossen. Auch die Spülmaschine sollte nicht gekippt, sondern ganz verschlossen sein, damit Kinder z.B. nicht an den Besteckkasten kommen, denn dieser ist meist sehr weit unten in Bodennähe angebracht. Achte zudem darauf, wenn Du Messer und Gabeln in den Besteckkasten der Spülmaschine räumst, dass die spitzen Enden nach unten zeigen. Messer oder andere spitze Gegenstände solltest Du nie einfach unbeobachtet auf dem Tisch oder der Arbeitsplatte liegen lassen. 

Sollten Kinder sich überhaupt in der Küche aufhalten?

All die Hinweise machen natürlich nun den Eindruck, dass die Küche nur vor Gefahrenquellen strotzt und für Kinder tabu sein sollte. Dem ist allerdings nicht so! Mit den oben beschriebenen Tipps kannst Du dazu beitragen, dass Deine Küche viel kindersicherer ist. Zudem können Kinder ab drei Jahren durchaus schon bei kleinen, ungefährlichen Arbeiten in der Küche mithelfen, z.B. das Waschen von Gemüse oder etwas in eine Schüssel schütten. Mit Backofen, Töpfen und Co. sollte Dein Kind allerdings frühestens ab dem achten Lebensjahr Kontakt haben und dies auch nur unter Deiner Aufsicht. In der Regel macht es Kindern Spaß, am Alltag in der Küche teilzuhaben – sei es auf einer Decke auf dem Boden, im Hochstuhl oder direkt neben Mama und Papa. Hast Du Dein Kind auf dem Arm, solltest Du gleichzeitig nicht etwas Heißes in der Hand haben, oder einen heißen Topf – oder Fritteusendeckel öffnen – auch Dampf kann zu Verbrennungen führen! Wenn Dein Kind sich in der Küche aufhält, solltest Du zudem darauf achten, dass keine Lebensmittel oder Fettspritzer (z.B. von Öl in einer heißen Pfanne) auf dem Boden sind, letzteres kann zu einem rutschigen Boden und Stürzen führen. Hast Du Platz in der Küche und zudem eine Spielküche, kannst Du diese dort aufbauen, damit Dein Kind eher dazu verleitet ist, dort zu spielen und nicht an echten Küchengeräten.

Die hier oben vorgestellten Tipps bieten keine Garantie darauf, dass keine Unfälle passieren, allerdings kannst Du durch verschiedene Anschaffungen das Risiko minimieren. Als Elternteil kann man seine Augen nicht immer überall haben, allerdings helfen Dir die hier vorgestellten Tipps, Gefahrenquellen gezielt auszumachen. Sollte es wirklich zu einem Unfall kommen, solltest Du in schwerwiegenden Fällen sofort zum Arzt fahren oder den Notruf wählen. 

Du möchtest noch mehr Tipps rund um das Thema Sicherheit? Hier kannst Du nachlesen, wie Du das Kinderzimmer sicher einrichten kannst.


Referenzen:

Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. Brennpunkt Küche. [zuletzt zitiert am 28.09.2022]. URL: https://www.kindersicherheit.de/kinderunfaelle-vermeiden/artikel/brennpunkt-kueche.html

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