Spätestens seit Beginn der Coronapandemie arbeiten immer mehr Menschen von zuhause aus. Das Arbeiten im Home Office hat einige Vorteile, kann Eltern, die ihre Kinder zuhause betreuen müssen, aber auch vor einige Herausforderungen stellen. Wir geben Dir Tipps, wie Du auch mit Kindern effizient zuhause arbeiten kannst.

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Home Office – spätestens seit der Coronapandemie keine Seltenheit mehr

Seit 2020 hält die Coronapandemie die Welt fest im Griff. Um sich und andere vor einer Ansteckung zu schützen, arbeiten mittlerweile viele Menschen aus dem Home Office heraus. Arbeiteten vor der Pandemie nur etwa 4% aller Beschäftigten von zuhause aus, liegt der Anteil nach einer Erhebung im Jahr 2021 mittlerweile bei 24%. Einer der größten Vorteile des Büros in den eigenen vier Wänden ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Was in der Theorie so harmonisch klingt, kann sich in der Praxis allerdings als organisatorische Herausforderung entpuppen. Vor allem kleine Kinder fordern viel Aufmerksamkeit, was Eltern oft das Gefühl gibt, im Home Office gleich zwei Jobs stemmen zu müssen. In einer Umfrage zu Problemen, die im Home Office auftreten können, gaben rund 40% an, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sowie die Kinderbetreuung sich als schwierig gestaltet. 

Die folgenden Tipps helfen Dir dabei, die Situation so effizient wie möglich zu gestalten und Dir auch genug Zeit für Dich und Deine Familie einzuräumen.

  1. Einen festen und am besten räumlich getrennten Arbeitsplatz einrichten

Beim mobilen Arbeiten ist es für Deine Konzentration wichtig, dass Du dir einen Ort suchst, an dem Du dich wohlfühlst und an dem Du dich konzentrieren kannst. Letzteres wird dadurch gefördert, dass Du dort zur Ruhe finden kannst und durch Geräusche oder ähnliches nicht abgelenkt wirst.  Wer beispielsweise in der Küche arbeitet und ständig einen Haufen Abwasch im Blickfeld hat, wird sich schlechter auf die Arbeit konzentrieren können. Such Dir am besten einen Platz, der so reizarm wie möglich ist. Arbeitest Du im Wohnzimmer, dann mach feste Zeiten mit Deinen Kindern aus, in denen sie den Fernseher nutzen dürfen und wann nicht. Die beste Möglichkeit im Home Office effizient zu arbeiten ist ein eigener Raum fürs Arbeiten, den Du dir ansprechend und nach Deinen Bedürfnissen orientiert einrichtest. Ist dies nicht möglich, kannst Du dir vielleicht eine ruhige Ecke im Schlaf- oder Wohnzimmer als Arbeitsbereich abstecken. Mittlerweile gibt es auch an immer mehr Standorten sogenannte Coworking-Spaces, bei denen man sich ein Büro oder einen Platz in einem Großraumbüro mieten kann. Musst Du Deine Kinder betreuen, geht dies allerdings nicht, es sei denn, Dein Partner / Deine Partnerin arbeitet ebenfalls von zuhause aus und ihr könnt euch absprechen.

Du kannst Deinem Kind auch einen ‚Arbeitsplatz‘ einrichten, an dem es viel Zeit verbringt. Viele Kinder ahmen ihre Eltern nach und haben sehr viel Spaß daran, so zu tun, als würden sie ebenfalls Aufgaben erledigen. Du kannst einen kleinen Tisch in die Nähe von dir oder in ein separates Zimmer stellen, dass Du schnell im Blick hast und auf dem Tisch allerlei Bastel- und Malutensilien verteilen. Aus Pappe kann man sogar leicht einen kleinen Laptop basteln, auf dem Dein Kind munter vor sich hintippen kann, ohne dass Deine wichtige Präsentation gelöscht wird.

  1. Routine und feste Arbeitszeiten im Home Office etablieren

Wie im Büro, solltest Du dir zuhause feste Zeiten zum Arbeiten einräumen. Routine hilft auch Deinen Kindern, einen Rhythmus zu finden und sie wissen, zu welchen Zeiten Du konzentriert arbeitest. Hast Du kleine Kinder und flexiblere Arbeitszeiten, kannst Du diese auch nach den Schlafzeiten Deines Kindes ausrichten. So lässt sich die Arbeitszeit beispielsweise während des Mittagsschlafes und auf die Abendstunden aufteilen.

Du kannst auch eine Medienzeit für Deine Kinder etablieren, in der sie Fernsehen oder am Tablet Lernapps nutzen dürfen. In dieser Zeit, während Deine Kinder beschäftigt sind, kannst Du Deine Fokusarbeitszeit ansetzen. Wichtig wäre, dass diese Zeiten eine Regelmäßigkeit haben, damit sich eine gemeinsame Struktur entwickelt. Das heißt es gibt einen festen Zeitpunkt, an dem die Medienzeit beginnt und eine feste Zeitspanne, zum Beispiel zwei Stunden. Um Deinen Kindern dies zu verdeutlichen, kannst Du einen Timer stellen, der die Medienzeit einläutet und auch wieder beendet. Plane in dieser Zeit Beschäftigungen für Deine Kinder, bei denen Du nicht oft aufstehen musst. Wähle beispielsweise lieber einen Film aus, der am Stück geschaut werden kann, als verschiedene kürzere Serien, bei denen du evtl. noch den Sender wechseln musst. Auch sollte eine feste Pause fürs Essen etabliert werden. In manchen Fällen hilft es, einen festen Stundenplan für Kinder zu erstellen. Dieser sollte aber auch in Deinen Tagesrhythmus passen und Dich nicht zusätzlich stressen. 

  1. Beschäftigung für Kinder schaffen

Kinder benötigen eine sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeit, die sie nicht nur unterhält, sondern sich auch positiv auf ihre Entwicklung auswirken kann. Es gibt einige Dinge, die Du für Deine Kinder planen kannst, bei denen Du nicht ständig ‚einschreiten‘ musst. Wichtig ist, dass die Beschäftigung nicht nur Zeit totschlagen soll, sondern den Kindern auch Spaß macht. Ruhige Spiele können Kinder auch im gleichen Raum wie du ausführen, wenn Du ein Auge auf sie haben möchtest. Gerade kleine Kinder können sich noch nicht lange selbst beschäftigen und sollten immer in Deinem Blickfeld sein. Hier ein paar Ideen für Beschäftigungsmöglichkeiten im Home Office:

  • Puzzlen 
  • Malen (z.B. Ausmalbuch)
  • Basteln
  • Kneten
  • Freundschaftsbänder knüpfen

Auch die Medienzeit Deiner Kinder solltest Du aktiv mitgestalten. Hier ein paar Ideen für eine sinnvoll genutzte Medienzeit:

  • Fernsehen (Film oder ‚Bildungsfernsehen‘ für Kinder, z.B. Sendung mit der Maus)
  • Spielen mit einer Lernapp
  • Videoanruf mit Freunden (natürlich erst ab einem gewissen Alter alleine durchführbar)
  • Online-Mal- oder Bastelkurs auf Youtube
  • Lieblingsserie oder Lieblingsfilm 
  • Bewegungsspiele wie z.B. Tanzspiele auf Konsole
  • Hörbuch hören (ggf. mit Kopfhörer, falls Dein Kind im gleichen Raum ist wie Du)
  1. Unterstützung holen

Auch mit der besten Vorbereitung und Planung kann allen Betroffenen die Decke mal auf den Kopf fallen oder etwas klappt nicht so, wie es soll. Wenn Du merkst, dass Du mit Arbeit und Kinderbetreuung überfordert bist, dann such Dir Hilfe. Du könntest erstmal im Freundes- und Familienkreis nachfragen, ob jemand regelmäßig auf Dein Kind aufpassen kann, auch eine Stunde am Tag kann schon helfen! Durch die Coronapandemie bedingt haben sich zudem viele Hilfsangebote etabliert, die um den Drahtseilakt zwischen Arbeit und Kinderbetreuung wissen und Eltern entlasten möchten. Auf Plattformen wie beispielsweise nebenan.de können sich Eltern aus der Nachbarschaft vernetzen und eine Kinderbetreuung suchen. 

Generell solltest Du dir nicht zu viel aufbürden, denn Arbeit und Kinderbetreuung gleichzeitig kann sich schnell wie zwei Jobs anfühlen. Wenn es das Alter Deines Kindes zulässt, dann bezieh es etwas in die Haushaltsarbeit ein, lass Dir zum Beispiel beim Gemüseschneiden helfen oder lass Dein Kind den Tisch decken. Du wirst so nicht nur entlastet, Dein Kind lernt auch, selbstständiger zu sein. 

  1. Ehrlichkeit siegt

Niemand bestreitet, dass Arbeit und Kinderbetreuung ein wahnsinniger Kraftakt sein kann. Wahrscheinlich willst Du alles perfekt machen, stellst aber fest, dass nicht immer alles rund läuft. In vielen Fällen hilft es, wenn Du mit Deinen Kollegen und /oder Deinem Arbeitgeber über die Situation und die Herausforderungen sprichst. Viele sind selbst in einer ähnlichen Situation und wissen, wovon Du sprichst. Gegebenenfalls kannst Du mit Deinem Arbeitgeber absprechen, dass Du Stunden reduzierst oder einen Teil in die Abendstunden legen kannst. Auch sorgt ein offener Umgang mit dem Thema eher dazu, dass man spontanen Kinderbesuch während eines Videocalls öfter mit einem Augenzwinkern sehen kann. 

  1. Priorisiere Deine Aufgaben

Bist Du auf verschiedene Zeitspannen angewiesen, in denen Du fokussiert arbeiten kannst, dann erledige dort die wichtigsten Aufgaben. Mach Dir zuvor eine To-Do-Liste, bei der Du den verschiedenen Punkten Prioritäten zuweist. Manchmal halten wir uns zu lange mit Dingen auf, die eben nicht von größter Wichtigkeit sind. Auch für Kinder kann eine To-Do-Liste Sinn machen, um ihren Tagesplan zu strukturieren. Und das Abhaken erledigter Aufgaben macht nicht nur Erwachsenen Spaß.

Abschließend lässt sich sagen, dass HomeOffice mit Kind definitiv kein Kinderspiel ist. Es gibt viele Faktoren, die unterschiedlichen Einfluss darauf haben, z.B. Alter des Kindes (Kleinkind oder Schulkind), Art des Jobs (straffe oder flexible Arbeitszeiten), Familienstatus (alleinerziehend oder mit Partner / Partnerin) räumliche Möglichkeiten (eigenes Büro oder Küchentisch) etc. Mit den hier vorgestellten Tipps kann es allerdings möglich sein, eine Struktur für beide Parteien zu schaffen, die den Balanceakt zwischen Arbeit und Kinderbetreuung etwas leichter macht. 

Referenzen:

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1205767/umfrage/probleme-bei-der-homeoffice-nutzung-in-der-corona-krise/ [zuletzt aufgerufen am 15.03.2022]

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1204173/umfrage/befragung-zur-homeoffice-nutzung-in-der-corona-pandemie/ [zuletzt aufgerufen am 15.03.2022]

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