Es gibt (leider viele leckere!) Lebensmittel, die einen negativen Einfluss auf die kindliche Entwicklung haben können – hier heißt es: Stark bleiben! Wir geben Dir einen Überblick, welche Lebensmittel Du auf jeden Fall während der Schwangerschaft meiden solltest.

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Die Schwangerschaft ist eine schöne, jedoch auch fordernde Zeit für werdende Mütter. Während man viele körperliche und hormonelle Veränderungen durchläuft, verändert sich auch das, was auf den Tisch kommt, denn nun isst man nicht mehr für sich alleine. Sobald man von der Schwangerschaft weiß, sollte man sich bewusst ernähren, um das heranwachsende Kind in seiner gesunden Entwicklung so gut es geht zu fördern.

Es gibt (leider viele leckere!) Lebensmittel, die einen negativen Einfluss auf die kindliche Entwicklung haben können – hier heißt es: Stark bleiben! Wir geben Dir einen Überblick, welche Lebensmittel Du auf jeden Fall während der Schwangerschaft meiden solltest.

Verbotene Lebensmittel in der Schwangerschaft: Rohmilchprodukte meiden

Milch und Käse sind wichtige Kalziumlieferanten. Rohmilchprodukte sollten in der Schwangerschaft allerdings vermieden werden, da die Gefahr, an einer Listeriose zu erkranken, besteht. Listeriose ist eine lebensmittelbedingte Krankheit, die durch Bakterien verursacht wird. Vor allem bei der Verarbeitung von Rohstoffen kann eine Kontamination geschehen. Etwa 10 % aller Listeriose-Meldefälle sind schwangerschaftsbedingt.

Erkrankt eine Schwangere an Listeriose, kann auch das Kind infiziert werden, was eine Fehl- oder Frühgeburt zur Folge haben kann. Aus diesem Grund solltest Du auf Rohmilchprodukte verzichten. Der Hinweis, ob es sich um ein Rohmilchprodukt handelt, findest Du auf der Verpackung, da diese Angabe kennzeichnungspflichtig ist. Du erkennst es an dem Hinweis „Aus Rohmilch hergestellt“. Eine typische Käsesorte, die aus Rohmilch hergestellt wird und gemieden werden sollte, ist beispielsweise Camembert. Es gibt auch Camembert aus pasteurisierter Milch. Dieser ist, wie industriell hergestellter und verpackter Feta, Frischkäse und Mozzarella, in der Regel unbedenklich.  Käse aus der Gruppe der Blauschimmelkäse wie Gorgonzola, Roquefort oder Danablu solltest Du in der Schwangerschaft allerdings meiden, da sie in der Regel weniger säurehaltig sind und ein Bakterienwachstum begünstigen können. Hartkäse aus Rohmilch wie z.B. Parmesan kann verzehrt werden, da er durch die lange Reifung stark abgetrocknet ist.

Da sich Bakterien auch auf der Käserinde ansiedeln können, sollte diese vor dem Verzehr immer abgeschnitten und entsorgt werden. Joghurt, Frischkäse und Co. sind in der Regel unbedenklich, da sie, wie die meisten Milchprodukte, aus pasteurisierter Milch hergestellt werden.

Fleisch & Fisch: Immer gut durchbraten

Auch beim Thema Fleisch und Fisch sollten rohe Lebensmittel vermieden werden, denn auch hier besteht die Gefahr einer Infektion mit Listerien. Am Frühstückstisch solltest Du Rohwurstprodukte, z.B. Tee-, Mett- und Schmierwurst, sowie Pökelfleischerzeugnisse, z.B. Katenschinken, Parma- und Serranoschinken, weglassen. Andere Wurstsorten, wie z.B. Kochschinken, Fleischwurst und  Salami sind erlaubt, da keine oder nur eine sehr seltene Gefahr für eine Lebensmittelinfektion besteht. Leberwurst sollte allerdings gemieden werden, da sie einen hohen Vitamin A- Gehalt aufweist. Ein zu hoher Vitamin A -Wert kann sich negativ auf die kindliche Entwicklung auswirken und zudem auf die Leber schlagen.

Fleisch sollte nur gut durchgebraten gegessen werden, da sonst die Gefahr, an einer Toxoplasmose zu erkranken, steigt.

Toxoplasmen können beim Verzehr von rohem oder nicht genügend erhitztem Fleisch infizierter Tiere auf den Menschen übertragen werden. Die eigentlich recht harmlos verlaufende Infektionskrankheit kann in der Schwangerschaft im frühen Stadium viel Schaden anrichten: Nicht nur steigt das Risiko von Fehl- und Frühgeburten, sondern auch die Entstehung von Missbildungen beim ungeborenen Kind. Um eine Infektion zu vermeiden, sollten Fleisch und Fisch mehrere Minuten bei mindestens 70°C erhitzt werden. Das gleiche gilt auch für den Umgang mit Eiern: Diese sollten niemals roh, sondern nur ausreichend erhitzt verzehrt werden.

Es gibt Fischsorten, die stark mit Quecksilber versetzt sind, und deswegen nicht oder nur selten auf dem Teller landen sollten, dazu zählen u.a. die Raubfischarten Thunfisch, Schwertfisch, Aal und Hecht. Quecksilber kann die Plazenta passieren und Schäden im Nervensystem des Ungeborenen hervorrufen.

Innereien, wie beispielsweise Leber, können ebenfalls von Schwermetallen belastet sein und sollten ebenfalls nicht oder nur selten auf dem Speiseplan stehen.  Vor allem im ersten Drittel der Schwangerschaft sollten Frauen auf Leber verzichten, da die hohen Vitamin-A-Mengen das Ungeborene schädigen können.

Gemüse & Obst: Lieber frisch, statt abgepackt

Obst und Gemüse liefern wichtige Vitamine, Ballaststoffe und Mineralien und sollten in der Schwangerschaft ganz oben auf der Einkaufsliste stehen. Wichtig ist darauf zu achten, Obst und Gemüse vor dem Verzehr immer gut zu waschen. Auf vorgeschnittene Varianten aus dem Supermarkt sollte man verzichten, da eine Keimbelastung vorliegen kann, die dem Baby unter Umständen schaden könnte. Frischer, selbst gemachter Salat ist fertig abgepacktem vorzuziehen und sollte nach der Zubereitung zeitnah verzehrt werden. Vorsicht ist zudem bei unerhitzten Sprossen und Keimlingen geboten. Falls Du dich vegan oder vegetarisch ernährst, solltest Du auf eine ausgewogene Ernährung achten und ggf. Nährstoffdefizite nach einer ärztlichen Beratung durch Supplemente ausgleichen.

Verbotene Lebensmittel in der Schwangerschaft: Rauchen und Alkohol sind Tabu

Frauen, die rauchen, sollten ihren Konsum unbedingt in der Schwangerschaft einstellen. Nikotin hat bekanntermaßen negative gesundheitliche Auswirkungen auf den Fötus und auch darüber hinaus: Studien haben ergeben, dass Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft rauchten, häufiger unter Lymphomen und Leukämie leiden. Auch wurde wissenschaftlich bewiesen, dass Rauchen in der Schwangerschaft zu Wachstums- und Entwicklungsrückständen bei Kindern führen kann, die bis in die Adoleszenzphase reichen können. Zudem wird das Risiko eines Abortes oder einer Frühgeburt erhöht. Vor allem in westlichen Industriestaaten ist der Nikotinverzicht in der Schwangerschaft nicht selbstverständlich: Nur etwa 30 bis 50 % der rauchenden Frauen stellen den Rauchgenuss in dieser Zeit ein.

Generell wird eine komplette Nikotinabstinenz empfohlen, denn auch Passivrauch kann für Schwangere schädlich sein! Durch eine Störung der Durchblutung durch Rauch können Kinder anfälliger für Krankheiten und Allergien werden. Du solltest Dich deswegen nicht in Räumen aufhalten, in denen geraucht wird oder wurde, und Freunde oder Verwandte darum bitten, wenn nötig nur draußen (Balkon, Terrasse etc.) ihre Zigarette zu sich zu nehmen.

Genau wie auf Nikotin sollte auch dringend auf Alkohol verzichtet werden. Vor allem ausgeprägter mütterlicher Alkoholkonsum in der Schwangerschaft kann beim Kind zu schweren, irreversiblen Schäden auf körperlicher und psychischer Ebene führen.

Wie sieht es aber mit „dem einen Gläschen“ an Silvester oder ähnlichen Feierlichkeiten aus? Auch hier sollte Verzicht geübt werden, da die wissenschaftliche Datenlage über gelegentlichen Alkoholgenuss in der Schwangerschaft noch nicht hinreichend erforscht ist. Sichere Aussagen zu einem ungefährlichen Zeitpunkt oder einer verträglichen Minimalmenge an Alkohol, die sich nicht auf die embryonale und fetale Entwicklung auswirkt, gibt es in diesem Sinne also nicht.

Doch nur weil man keinen Alkohol konsumieren sollte, muss man nicht automatisch auf Genuss verzichten: Vor allem im Cocktailbereich gibt es eine große Auswahl an leckeren, alkoholfreien „Driver’s Cocktails“, die auch für Schwangere verträglich sind. Bei sozialen Gepflogenheiten kann man auch mit einem Wasser oder alkoholfreiem Sekt anstoßen, ohne dass die Stimmung darunter leiden muss.

Kaffee – Die Menge macht‘s

Viele werdende Mütter greifen in der Schwangerschaft zu entkoffeiniertem Kaffee. Darüber, ob Kaffee in der Schwangerschaft erlaubt ist oder nicht, gibt es unterschiedliche Ansichten. In vielen Studien konnte belegt werden, dass Koffein keine negativen Auswirkungen auf das Kind hat, solange eine tägliche Koffeinmenge von 300 mg (in etwa drei Tassen) nicht überschritten wird. Wer unsicher ist, sollte nochmal auf Nummer sicher gehen und seine Hebamme oder einen Arzt bezüglich Koffein in der Schwangerschaft fragen oder Koffein komplett weglassen.

Ein übermäßiger Kaffeekonsum von mehr als 300 mg täglich wurde in klinischen Studien mit einem erhöhten Risiko von Fehl- und Frühgeburten in Zusammenhang gebracht, weswegen die empfohlene Tagesmenge nicht überschritten werden sollte. Wenn man Koffein zu sich nehmen möchte, aber bei Kaffee unsicher ist oder diesen nicht mag, kann man alternativ zu schwarzem oder grünem Tee greifen, der mit 50 bis 70 mg pro Tasse einen deutlich niedrigeren Koffeingehalt als Kaffee aufweist.  Aber auch hier solltest Du vorher mit Deinem Arzt oder Deiner Hebamme Rücksprache halten.

Viele Mütter greifen in der Schwangerschaft und Stillzeit lieber zu entkoffeiniertem Kaffee. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass der Kaffee in einem natürlichen und schonenden Verfahren entkoffeiniert wurde, da beispielsweise das oft genutzte Lösungsmittel Dichlormethan unter dem Verdacht steht, krebserregend zu sein.

Cola und vor allem Energydrinks sollten aufgrund des hohen Zuckergehalts gemieden werden. Da Letztere zudem einen besonders hohen Koffeingehalt aufweisen, sind sie für Schwangere nicht geeignet.

Ernährung in Schwangerschaft: Süßigkeiten nur in Maßen

Die einen lieben es, die anderen meiden es: Lakritz genießt einen ziemlich durchwachsenen Ruf.
Wer gerne Lakritz ist, sollte dies nicht in der Schwangerschaft tun. Studien haben ergeben, dass das in Lakritz enthaltene Glycyrrhizin die kindliche Entwicklung negativ beeinflussen kann. Der Blutdruck kann dadurch erhöht werden und die Plazenta durchlässiger machen für das Stresshormon Cortisol. Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz rät daher Schwangeren und Menschen mit Bluthochdruck oder Diabetes, auf den regelmäßigen Verzehr von mehr als 50 g Lakritz täglich zu verzichten. Auch sollten in Puncto Süße keine Nachspeisen gegessen werden, die mit rohem Ei hergestellt werden, wie z.B. Tiramisu.

Auch wenn sich gerade in der Schwangerschaft durch das Ansteigen der Insulinproduktion öfter mal der Heißhunger auf Süßes meldet, sollte diesem nur in Maßen nachgegeben werden. Täglich solltest Du nur etwa 40 g Zucker zu Dir nehmen, was in etwa einer halben Tafel Schokolade entspricht. Bedenke jedoch, dass Zucker oftmals auch in Lebensmitteln vorkommt, bei denen man ihn zumeist gar nicht vermutet. Auch dieser „versteckte“ Zucker zählt in den maximalen Tagesbedarf mit ein.

Generell solltest Du während der Schwangerschaft auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung achten, von der Du und Dein Baby profitieren. Bedenke immer, was Du isst, wird an Dein Baby weitergegeben. Du prägst also schon in der Schwangerschaft das spätere Essverhalten Deines Kindes. Was Du in der Schwangerschaft häufig isst, wird Dein Kind später auch gerne genießen. Bei Unsicherheiten, was die richtige Ernährungsweise angeht, solltest Du Dich an eine Ernährungsberatungsstelle oder an Deine Hebamme wenden.

Referenzen:

Koletzko B. Ernährung in der Schwangerschaft: Für das Leben des Kindes prägend. Deutsches Ärzteblatt 2013. 110(13).

Bundeszentrum für Ernährung. Listeriose und Toxoplasmose: Sicher essen in der Schwangerschaft. 2017.

In Form – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung. Fit durch die Schwangerschaft. 2012.

Körner U, Rösch R. Ernährungsberatung in Schwangerschaft und Stillzeit. 2004.

Bung P. Frauengesundheit in der Praxis. Lifestyle in der Schwangerschaft: Ernährung, Beruf, Reisen, Sport, Sexualität, Trend und Genussmittel. 2012.

Gehrmann-Gödde S. Die Ernährung der Schwangeren unter besonderer Berücksichtigung kritischer Nährstoffe. 2001.

Robert-Koch-Institut. RKI-Ratgeber Listeriose. 2010. Zitiert am 01.06.2021. https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Listeriose.html

Bund für Risikobewertung. BGVV rät zur Vorsicht beim Verzehr von Lakritze. Zitiert am 01.06.2021. https://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/1999/02/bgvv_raet_zur_vorsicht_beim_verzehr_von_lakritze_-861.html

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