Während der ersten paar Monate ist der Schlafrhythmus von Babys häufig sehr unregelmäßig. Wir stellen Dir die unterschiedlichen Schlafphasen vor.

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Übersicht über Babys Schlafverhalten

Obwohl Du Dein Baby von ganzem Herzen liebst und jeder Tag mit Deinem Neugeborenen ein Tag voller Aufregung ist, können die ersten Monate mit Baby auch gleichzeitig sehr nervenaufreibend sein. In der Zeit unmittelbar nach der Geburt unterscheidet sich das Schlafverhalten von Babys nämlich sehr stark von dem von Erwachsenen. Zwar verbringen Babys verhältnismäßig sehr viel Zeit schlafend, jedoch ist der Schlafrhythmus von Babys auch sehr viel unregelmäßiger und unvorhersehbarer als der von Erwachsenen. So werden Eltern häufig mehrere Male pro Nacht von ihrem weinenden Baby aus dem Schlaf gerissen und können ihr schreiendes Kind manchmal stundenlang nicht beruhigen. 

Doch auch wenn die erste Zeit nach der Geburt oft mit viel Stress für die frischgebackenen Eltern verbunden sind, stellt sich in den ersten Lebensmonaten Deines Kindes häufig allmählich eine Normalisierung des Schlafverhaltens ein. So wird der Schlaf Deines Babys nach den ersten paar Monaten allmählich tiefer, der Schlafrhythmus passt sich dem der Eltern an, und Dein Baby verbringt verhältnismäßig weniger Zeit pro Tag in einem schlafendem Zustand. Für diese Entstehung eines gesunden Schlafverhaltens, spielt unter anderem die Entwicklung von biologischen Mechanismen, wie der Haushalt unterschiedlicher Hormone sowie die Veränderung der Körpertemperatur im Laufe des Tages eine Rolle. Jedoch kann auch die Umgebung des Kindes, beispielsweise das Verhalten der Eltern, sowie die tägliche Routine, einen positiven Einfluss auf die Entwicklung eines gesunden Schlafverhaltens haben. Damit Du weißt, was auf Dich zukommt, und was Du in den jeweiligen Altersabschnitten Deines Kindes zu erwarten hast, haben wir Dir in diesem Artikel eine Übersicht über die Entwicklung des Schlafverhaltens von Kindern in den ersten Lebensmonaten zusammengestellt. 

Der Schlaf von Neugeborenen (3- 6 Monate)

Im Vergleich zu Erwachsenen verbringen Neugeborene verhältnismäßig viel Zeit im schlafenden Zustand. Allerdings bestehen zwischen Kindern auch starke individuelle Unterschiede. Während sich einige Babys durch ein sehr ruhiges Temperament auszeichnen, verbringen andere Kinder Stunden in einem weinendem oder schreiendem Zustand und lassen sich von ihren Eltern nur sehr schwer wieder beruhigen. Dabei sieht der durchschnittliche Tagesablauf eines Neugeborenen wie folgt aus: 

  • 8 Stunden pro Tag verbringen Neugeborene in einem ruhigen, schlafenden Zustand 
  • 8 Stunden pro Tag verbringen Neugeborene in einem aktiven, schlafenden Zustand 
  • 1 Stunde am Tag verbringen Neugeborene in einem schlummernden Zustand 
  • 2,5 Stunden pro Tag verbringen Neugeborene in einem wachen, aber inaktivem Zustand 
  • 2,5 Stunden pro Tag verbringen Neugeborene in einem aktiven, wachem Zustand

Im Gegensatz zu Erwachsenen, die etwa sechs bis acht Stunden pro Tag durchgängig schlafend verbringen, verbringen Neugeborene also nicht die Anzahl von Stunden, die sie pro Tag schlafen, durchgängig schlafend, und den Rest des Tages in einem wachen Zustand. In den ersten Monaten wird ihr Neugeborenes stattdessen, innerhalb von 24 Stunden mehrmals zwischen einem wachem und schlafendem Zustand hin und her wechseln und dabei etwas mehr in der Nacht, als am Tag schlafen. Allmählich wird Dein Baby dann, bedingt durch biologische ebenso wie soziale Mechanismen, einen Schlafrhythmus entwickeln, der mehr dem seiner Eltern gleicht. Somit wird es dann allmählich, etwa nach dem Erreichen des vierten Lebensmonats, ganz zur Freude seiner Eltern, häufiger die Nacht durchschlafen und zwischendurch weniger aufwachen. 

Die Länge der unterschiedlichen Schlafphasen unterscheidet sich zwischen Neugeborenen und Erwachsenen 

Der Nachtschlaf von Erwachsenen und Neugeborenen zeichnet sich durch unterschiedliche Schlafphasen aus. Charakteristisch für den sogenannte REM (REM: rapid eye movement) Schlaf sind eine spezifische Gehirnaktivität , gelegentliche Bewegungen der Gliedmaßen und des Körpers, sowie ein unregelmäßiger Herzschlag und Atemrhythmus. Zudem träumen wir meistens während des REM Schlafes, was man an den schnellen Augenbewegungen unter geschlossenen Lidern, welche während diese Schlafphase beobachtet werden können, erkennen kann. Bei Neugeborenen macht diese Schlafphase etwa 50% des gesamten Schlafes aus. In den ersten Lebensjahren nimmt die Dauer, die Dein Baby in der REM Schlafphase verbringt, allmählich ab, bis mit drei oder vier Jahren der REM Schlaf nur noch etwa 20% des gesamten Schlafes ausmacht. Während des sogenannten Non- REM Schlafes, werden die Augen hingegen nicht bewegt und auch der Körper bleibt still. Zudem zeichnet sich diese Schlafphase durch eine regelmäßigere, langsamere Atmung aus und auch der Herzschlag ist verlangsamt.

Das Schlafverhalten nach dem 6. Monat

In den ersten paar Monaten wird sich die Fähigkeit Deines Babys, Kalorien effizient zu speichern, verbessern. Ebenso wird sich die Menge an Kalorien, die es, in Verhältnis zu seiner oder ihrer Größe, für den Wachstumsvorgang benötigt, verringern. Somit muss Dein Baby in der Nacht nur noch null bis zwei Mal gefüttert werden, und kann somit die Nacht besser durchschlafen. Auch die Entwicklung biologischer Mechanismen, wie die Regulation des Hormons Melatonin, trägt zu einem geregelteren Schlafrhythmus Ihres Babys bei. Der Melatonin Spiegel steigt am Abend, wenn der Körper nicht mehr der Sonne ausgesetzt ist, was dazu führt, dass wir uns am Abend schläfrig fühlen. Am Morgen, mit dem Aufgehen der Sonne, sinkt der Melatoninspiegel dann wieder. Während der Melatoninhaushalt in den ersten Lebensmonaten noch unterentwickelt ist, ist dieser Mechanismus mit dem Erreichen eines Alters von etwa sechs Monaten so weit entwickelt, dass er einen großen Beitrag zu dem gesunden Schlafrhythmus Deines Babys leistet. 

Das Erlernen von neuen Fertigkeiten kann die Qualität des Schlafes verschlechtern 

Zwischen den einzelnen Schlafphasen kommt es manchmal vor, dass Babys ab und zu für eine kurze Zeit erwachen. Während einige Babys anschließend gut dazu in der Lage sind, sich selbst wieder zu beruhigen und selbstständig wieder einschlafen, benötigen andere Babys ihre Eltern, um erneut in den Schlaf zu finden. Zudem kann das Ausprobieren neu erlernter motorischer Fähigkeiten in den Phasen, in denen Dein Baby kurzzeitig wach ist, das Wiedereinschlafen erschweren. So machen einige Babys in der Nacht von ihren neu erlernten motorischen Fähigkeiten gebrauch, indem sie sich zum Beispiel in ihrem Bett aufsetzen oder, sobald sie die entsprechende Entwicklungsphase erreicht haben, aufstehen und gehen. Dieses Experimentieren mit den eigenen Fähigkeiten führt jedoch dazu, dass das Baby aufgeregter wird und somit das Wiedereinschlafen erschwert ist. 

Zudem entwickeln Babys im Laufe ihrer Entwicklung ein Verständnis dafür, dass, wenn sich Objekte oder Personen aus ihrem Sichtfeld entfernen, diese nicht automatisch verschwinden, sondern auch weiterhin existieren. Dieses Phänomen nennt sich Objektpermanenz und entwickelt sich im Alter von etwa vier bis acht Monaten. Gleichzeitig geht mit der Entwicklung der Objektpermanenz die Erkenntnis einher, dass, wenn die Eltern nicht mehr gesehen werden, sie sich von dem Baby entfernt haben, was für das Baby eine mögliche Gefahr bedeutet. Ihr Baby entwickelt somit eine sogenannte Trennungsangst, die Angst vor der Trennung von den Eltern bezeichnet. Die Trennungsangst ist dabei am stärksten in dem Zeitraum zwischen sechs und 18 Monaten ausgeprägt und kann zu einer Minderung der Schlafqualität Deines Babys beitragen. Babys haben in diesem Alter zum Beispiel häufiger Schwierigkeiten, sich vor dem Schlafengehen von ihren Eltern zu trennen, und es fällt ihnen schwerer sich, sollten sie in der Nacht erwachen, wieder selbst zu beruhigen und selbstständig wieder einzuschlafen.

Das Schlafverhalten Deines Babys zeichnet sich in den ersten Wochen zunächst einmal dadurch aus, dass es sehr unregelmäßig ist; so wird Dein Baby häufig nur für kurze Zeiträume am Tag, ebenso wie in der Nacht schlafen. Doch Du brauchst Dir keine Sorgen machen, im Laufe der ersten Monaten normalisiert sich das Schlafverhalten Deines Babys allmählich, sodass es nach einer Weile immer besser dazu in der Lage ist, für längere Zeit, und auch mit der Zeit überwiegend in der Nacht, zu schlafen. Zudem kannst Du zusätzlich selbst, indem Du Dein Verhalten und die Umwelt Deines Babys angemessen gestalten, einen Beitrag zu dem gesunden Schlafverhalten Deines Babys leisten. (Mehr dazu findest Du hier.)

Hier noch einmal das Wichtigste in Kürze: 

  • In dem Zeitraum unmittelbar nach der Geburt unterscheidet sich das Schlafverhalten von Babys sehr stark von dem von Erwachsenen 
  • Während der ersten paar Monate ist der Schlafrhythmus von Babys häufig sehr unregelmäßig; so wird Dein Baby häufig in der Nacht, ebenso wie am Tag, und häufig nur wenige Stunden am Stück schlafen 
  • Zudem verbringen Babys, im Vergleich zu Erwachsenen, einen deutlich längeren Anteil des Tages in einem schlafenden Zustand 
  • Mit der fortschreitenden Entwicklung Deines Babys normalisiert sich sein oder ihr Schlafverhalten zunehmend bis es, im Alter von etwa sechs Monaten, schließlich dazu in der Lage ist die Nacht durchzuschlafen 

Referenzen: 

Bathory E, & Tomopoulos S. Sleep Regulation, Physiology and Development, Sleep Duration and Patterns, and Sleep Hygiene in Infants, Toddlers, and Preschool-Age Children. Current Problems in Pediatric and Adolescent Health Care 2017; 47(2): 29-42. doi:10.1016/j.cppeds.2016.12.001

Siegler R, Eisenberg N, & DeLoache J. How children develop. New York, NY: Worth 2011.

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